Bananen-Politik oder ein kurzer Rückblick auf die Wahlen 2011

Die Vorbereitungen und der Wahlkampf für die Nationalratswahlen waren geprägt durch viel Arbeit und unzählige kleine Episoden teilweise lustiger und teilweise peinlicher Natur.

Um bei den Nationalratswahlen antreten zu können mussten wir im Kanton Bern 400 beglaubigte Unterschriften von wahlberechtigten Bernern einreichen. Unter Mitgliedern, an Ständen und bei Freunden sammelten wir deshalb sehr engagiert. An einem schönen Samstag im Juni hatten wir einen Stand am Bärenplatz. Nach einem guten Gespräch mit Passantin A. aus N. hatte ich nicht nur die Unterschriften für unsere Nationalratskandidatur und die Transparenz-Initiative, sondern auch ein Versprechen für ein Buch. Keine zwei Wochen später lag tatsächlich das Buch Bissig, Bundesrat in meinem Briefkasten mit einigen netten Worten und der Bitte, das Buch nach dem Lesen weiter zu geben. Hiermit möchte ich mich noch herzlich für die Leihgabe bedanken!

Polit-Stand BreitenrainDie 400 Unterschriften mussten jeweils von der Gemeindeverwaltung bestätigt werden. In einigen Gemeinden gingen wir persönlich vorbei und hatten innert Minuten die Bestätigungen. Anderen Gemeinden haben wir die Unterschriftenbogen zugesendet. In 2 Fällen erhielten wir aber Unterschriftenbogen von fremden Parteien retour und gemäss diversen Infos erhielten dafür andere Parteien unsere Unterschriftenbogen … no comment! Freundlicherweise haben wir und andere Parteien alles weitergeleitet.

Noch schlimmer handelte eine kleine Gemeinde aus dem Berner Jura: Nachdem wir nach fast 3 Wochen immer noch keine beglaubigten Unterschriften zurück erhielten gab man uns telefonisch die Auskunft, dass wegen Freienabwesenheiten in dieser Gemeinde aktuell nichts beglaubigt werden könne. Solch „faule“ Ausreden erwartet man sicher nicht von Schweizer Behörden, deshalb der Titel „Bananen-Politik“. Es brauchte eine Intervention von der Staatskanzlei des Kantons Bern um die Beglaubigungen noch temingerecht zu erhalten.

Politstand ThunAm Wahlsonntag organisierten wir wie es sich gehört auch eine Wahl-Party, die leider nicht ganz so feierlich verlief wie gewünscht: Wir hatten trotz 67’509 Stimmen leider nicht ausreichend für einen Sitz. Als „Partei der Informatiker“ wurde noch während der Party ein Computerscript geschrieben, das im Minuten-Takt die aktualisierten Resultate aus allen Gemeinden zusammenfasste, auch für jeden einzelnen Kandidaten. Wir waren deshalb nicht auf die fehleranfälligen Schätzungen aus dem SF-Studio angewiesen. Ich muss gestehen, ich habe dank dieser auf-und-ab Stimmung dann beim Wetten eine Flasche Wein verloren 😉

Faszinierend war, dass bei den Vorbereitungen für die Wahlparty scheinbar immer wieder andere Parteien das selbe Lokal reservieren wollten wie wir. Wir trafen uns dann in unserem Stammlokal O Bolles.

Alles in allem waren diese Wahlen eine interessante Erfahrung und als erfolgreichste Kleinpartei wird auch in den kommenden Jahren mit uns zu rechnen sein.

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